Akupunktur

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Klicken Sie die einzelnen Überschriften an und lernen Sie mehr über unser Ausbildungsprogramm kennen:

  • Historie der Akupunktur

    Was ist Akupunktur? – Ein kurzer Einblick in die Entwicklung der Akupunktur in China und im Westen gibt Aufschluss.
    Eine wesentliche Leistung der chinesischen Regierung der Nachkriegszeit bestand darin, die TCM in relativ kurzer Zeit für weite Teile der Bevölkerung verfügbar zu machen. Hierzu gehörte auch das Versenden von Arbeitern mit medizinischen Zusatzkenntnissen („barefoot doctors“) in die bedürftigen Gebiete. Die Funktionen dieser „barefoot doctors“ sind am ehesten mit den im Westen bekannten Gemeindehelfern und Gemeindeschwestern vergleichbar. Unter den damaligen Bedingungen arbeiteten sie weitgehend selbstständig. Ihre Ausbildung erwarben sie zumeist in einem 100 Tage Kurs, in dem die wichtigsten Akupunkturpunkte sowie eine einfache weitgehend nach westlichen Diagnosen geordnete symptomatische Akupunkturtherapie vermittelt wurden.

    Als sich in den 70er Jahren China für den Westen vorsichtig zu öffnen begann, wurde durch Sensationsberichte in der Presse ein großes Interesse für Akupunktur im Westen geweckt. Man entdeckte dabei auch den wirtschaftlichen Wert des Exportartikels Akupunktur. Die meisten der im Westen angebotenen Akupunkturausbildungsprogramme sind –in grosso modo– Kopien des „barefoot doctor Programms“, also Kopien eines Notprogramms für Gemeindehelfer der 50er und 60er Jahre im Entwicklungsland China.

    So wie auch in China von solchen Behandlungsmethoden wieder mehr und mehr abgerückt wird und eine Rückkehr zu den alten diagnostischen Grundsätzen je nach Kenntnisstand erfolgt, so gibt es im Westen nun auch die Erkenntnis, dass diese Form der Akupunktur verhältnismäßig oberflächlich und (wenn überhaupt) nur symptomatisch wirkt (Rezeptakupunktur, z.B. Punkt X gegen Symptom Y).
    Wir versuchen in unserer Ausbildung das grundlegende Verständnis für die neurophysiologischen, auch nach westlichen Vorstellungen nachvollziehbaren Wirkungen der Akupunktur (siehe auch: Chinesische Medizin: was ist das eigentlich? ) zu erwecken, das letztendlich auch für den großen Erfolg unserer Methode verantwortlich ist (sogenannter „Sekundeneffekt“).

  • Diagnostik

    Für den Erfolg der Akupunktur ist die Form der Diagnosestellung entscheidend. Gegenüber der herkömmlichen „Kassenakupunktur“ kann durch die Anwendung der klassischen Diagnose nach dem Heidelberger Modell der Akupunkturerfolg in der Regel annähernd verdoppelt werden. Dies ist keineswegs übertrieben, sondern wurde durch mehrere wissenschaftliche Studien belegt. Diese weltweit ersten Doppelblind-Versuche der Akupunktur zeigten, dass zum Beispiel bei der Gonarthrose die Wirkung gegenüber der in der GerAc-Studie verwendeten Punkte auf das Doppelte gesteigert werden konnte, wenn die Diagnose nach den klaren Richtlinien des Heidelberger Modells gestellt wurde (eCAM 2013, IF 4,77).
    Ähnliche Ergebnisse wurden für andere Schmerzdiagnosen erzielt.
    Die Kurse entsprechen dem Mustercurriculum der Bundesärztekammer und sind deshalb für die ärztliche Weiterbildung anerkannt (Kassenzulassung). Das Curriculum wurde an entscheidenden Stellen erweitert und vertieft, so dass in einer dem westlichen Arzt logisch zugänglichen Form die traditionellen diagnostischen Kriterien in die Therapie mit eingebunden werden.
  • Nota bene: Puls- & Zungendiagnose

    methoden-tuinaZungendiagnose
    Die Zungendiagnose der Chinesischen Medizin ist die wichtigste und verbreitetste Methode der Diagnosefindung. Wir erklären Ihnen anatomisch und physiologisch, weshalb Veränderungen an der Zunge auftauchen. (Zu diesen Phänomenen empfehlen wir eine interessante Buchveröffentlichung unseres Fachreferenten Dr. Gerlach (s.u.). Wir geben Ihnen über dieses Buch hinaus eindeutige Erklärungen über den Ursprung dieser Veränderung. So kann man die Zunge als Abbild eines Embryonen verstehen. Auch die funktionellen Zusammenhänge der Chinesischen Medizin wie die Kopplung von pulmonalen und Dickdarmfunktionen u.v.a.m wird so biologisch leichter verständlich.
    Oliver Gerlach
    Praxis der chinesischen Zungendiagnostik
    Elsevier München, Urban & Fischer, 2008
    177 S. mit 329 Farbabb.
    ISBN 9783437578205

    pulsdiagnosePulsdiagnose Wir haben schon herausgearbeitet: Die zielgerichtete und hocherfolgreiche Anwendung der Methoden erfolgt auf Grundlage der chinesischen Diagnostik nach dem Heidelberger Modell. Wir haben deshalb zusammen mit chinesischen und westlichen Experten präzise Arbeitspläne zur Puls- und Zungendiagnose entworfen. So hat das Heidelberger Modell unter anderem klare Modelle zur physiologischen Aussage der Pulsqualitäten, zur ihrer Entstehung und Interpretation. Das ist besonders wichtig, da der westliche Arzt traditionell mit dieser Diagnostik wenig vertraut ist und eine eindeutige, auch im westlichen Sinne verständliche Beschreibung benötigt. Die Pulsdiagnose wird bei uns in der Praxis am intensivsten bei den Kursen im ersten Lehrkräutergarten der Chinesischen Medizin in der Provence eingeübt. Dort kann man in abgeschiedener Atmosphäre täglich Pulsdiagnose mit den besten Experten dieses Faches in Europa erlernen. Dr. Hu Weiguo, früher Vize-Generalsekretär der World Federation of Acupuncture-Moxibustion Societies (WFAS), die der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angeschlossen ist, zeigte sich tief beeindruckt von der Qualität der Pulsdiagnose unseres Ausbildungsprogrammes.

  • Körperakupunktur

    Die Körperakupunktur ist die klassische Akupunktur Chinas. Sie ist das in der Praxis am häufigsten verwendete Akupunkturverfahren. Die Akupunkturtherapie wird im Mutterland der Akupunktur sehr häufig mit anderen Reizverfahren wie der Moxibustion, dem Schröpfen, verschiedenen Nadelstimulationsformen und der manuellen Therapie kombiniert und dadurch verstärkt.
  • Ohrakupunktur

    Die Auriculomedizin ist eigentlich arabischen Ursprungs. Sie hielt sich in einigen Tälern Frankreichs, in der Haute Provence, in der Nähe unseres Heilkräutergartens, über einige Jahrhunderte. Diese ehemalig maurisch besetzten Gebiete bewahrten also arabisches Medizinerbe, das heute ein Teil der westlichen und Chinesischen Medizin geworden ist. Der französische Arzt Paul Nogier erfüllte dieses Verfahren mit neuem Leben, Professor Dr. Frank Bahr und seine Kollegen entwickelten das Verfahren an vielen Stellen weiter. Wir stützen uns auf die umfassenderen Darstellungen von Professor Bahr, geben jedoch einen tieferen Einblick im Sinne der Chinesischen Medizin, um das Verfahren zielgerichteter einsetzen zu können.
  • Heidelberger Schädelakupunktur

    Die Heidelberger Schädelakupunktur ist eine neuartige, hochwirksame Akupunkturform, bei der in die Schädeldecke eingestochen wird. Die Nadeln können hier einige Tage verbleiben und so im Vergleich zur Körperakupunktur länger einwirken. Diese Akupunkturform hat sich besonders bei therapieresistenten Schmerzen bewährt bei folgenden Indikationen, die mit der normalen Akupunktur nicht beherrschbar waren

    • neurologische Ausfallserscheinungen etwa Apoplex
    • Makuladegeneration (!)
    • Allergien verschiedener Art, mit hoher Energieeffizienz
    • funktionelle Erkrankungen verschiedener Art

  • Schädelakupunktur nach Yamamoto

    Professor Toshikatsu Yamamoto am 15. Dezember 2009 besuchte uns persönlichen im Heidelberger Institut und an der Universität Heidelberg, wo er eine Vorlesung in der damaligen Vorlesungsreihe von Professor Greten hielt.

    Die Schädelakupunktur nach Yamamoto ist ein weithin bekanntes Therapiesystem, unterscheidet sich jedoch durch ihre erhöhte Schwierigkeit deutlich von der Heidelberger Schädelakupunktur. Hier gibt es eigene Ausbildungen, die nicht nur von der Heidelberg School of Chinese Medicine angeboten werden.

  • Koreanische Handakupunktur

    Die koreanische Handakupunktur hat bei uns eine besondere Qualität. Der Erfinder der Koreanischen Handakupunktur Dr. Yoo besuchte uns in Heidelberg anlässlich der Gründung der Deutschen Gesellschaft für koreanische Handakupunktur, eine Sektion der Deutschen Gesellschaft für die TCM.

    Der herausragende Könner auf diesem Gebiet ist Dr. Dieter Schmidt, ein alter Weggefährte von Professor Greten und dem gesamten Team. Dr. Schmidt studierte Chinesische Medizin und Koreanische Handakupunktur in Seoul, an Kyung Hee University, der besten TCM- Universität Asiens, einer der Partneruniversitäten der Heidelberg School of Chinese Medicine.

  • Weitere Mikrosysteme

    Mikrosysteme der Akupunktur sind im Allgemeinen somatotope Systeme. Dieses Wort leitet sich von soma = Körper und topos = Ort ab. In Körperform angeordnete Wirkpunkte entfalten heilende Effekte in den zugeordneten Körperregionen. Hierzu zählen die oben genannten Verfahren und als bekanntestes System die Ohrakupunktur.

    Weitere Verfahren, die bei uns gelehrt werden, sind zum Beispiel die ECIWO (Embryo Contains the Information of the Whole Organism), bei der an fast jedem großen Knochen eine Somatotopie des gesamten Körpers abgebildet wird, die kybernetische Fußakupunktur, die chinesische Ohrakupunktur, die Janusakupunktur nach Greten (vergleiche Neuauflage des Kursbuchs der TCM) und andere Verfahren, die wir in den Unterricht nach rationalen Gesichtspunkten einstreuen.

  • Moxibustion

    Eigentlich ist der chinesische Ausdruck für Akupunktur „Nadel- und Tränentherapie“. Das bedeutet, dass von Anfang an nicht nur der Einstich mit Nadeln, sondern auch das Abbrennen (combustion) von chinesischem Beifuß (Moxa) essenzielle Bestandteile der Akupunkturtherapie sind. „Wenn es bei der Akupunktur nicht nach Moxa riecht, verlassen Sie lieber den Laden“ sagte ein großer chinesischer Arzt. Das Verfahren ist zentral für die Behandlung sogenannter algor-Befunde (westlich etwa durch die regionale Mikrozirkulationsstörungen mitbedingter Erkrankungen). Diese Erkrankungen machen etwa 90 % der Krankheiten im Westen aus, so dass die Moxibustion zwingend zur Akupunktur gehört, wenn man die volle Wirkung erzeugen will. In unserem Programm ist es deshalb von Anfang an Teil der Akupunkturausbildung.
  • Schröpfen

    Das Schröpfen ist ursprünglich eine Teilmethode, die man durchaus auch zur Akupunktur zählen könnte, nämlich in die Überkategorie der sogenannten äußeren Behandlungsverfahren. Zu diesen Verfahren gehören auch die Moxibustion und die manuelle Therapie Tuina. Gemeint ist, dass äußere Verfahren über Hautreizpunkte, im westlichen Sinne Reflexzonen, auf die Körperfunktionen einwirken. Innere Verfahren sind demgegenüber etwa die Pharmakologie und die Diätetik, in denen Sie bei uns eine besonders intensive Ausbildung erfahren können.

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