Psychotherapie der TCM

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Die Psychotherapie der Traditionellen Chinesischen Medizin PTTCM

Als in der Praxis erfahrene und klinisch sattelfeste Ärzte haben wir erkennen müssen, dass die angeblich authentische TCM-Konstruktion des Maoismus die emotionalen Krankheitsbedingungen unserer Zeit und Kultur nicht ausreichend widerspiegelt. In Anlehnung an die klassischen Vorbilder Chinas haben wir deshalb therapeutische Strategien der TCM-Psychotherapie rekonstruiert. Heute können wir die jahrhundertealte Körper- und Geistesstudien Asiens schlüssig mit bewährten westlichen Psychotherapiemodellen verbinden. Dabei kommt uns unserere (aus unserer Gründungsgeschichte stammende) wissenschaftliche Kenntnis der Neurophysiologie und -anatomie zu Hilfe.

  • Was ist PTTCM?

    Gerade in der Ausbildung der PTTCM legen wir großen Wert auf die individuelle Betreuung unserer Teilnehmer.
    Die Psychotherapie nach der TCM ist ein neuartiges Therapiekonzept, das auf dem Prinzip der somatischen Intelligenz beruht. Menschliches Denken und Fühlen begreifen wir als ein harmonisches, selbstregulierendes Netzwerk kognitiver, instinktiver, intuitiver und somatischer Bewusstseinsebenen (Modell der vierschichtigen Ontologie). Dabei spielt die somatische Ebene eine führende und zugleich häufig wenig beachtete Rolle. Vielleicht haben Sie selbst schon einmal erlebt, dass lange vor dem Beginn einer Erkrankung ein körperliches Gefühl des Krankwerdens, eine feine vegetative Symptomatik spürbar wird, die sich später zu einer Erkrankung verdichtet. Wenn man sich genauer betrachtet stellt man fest, dass diese „Botensymptome“ häufig auch vorhanden sind, ohne dass man krank wird. Warum verdichten sie sich manchmal zu einer Erkrankung, warum manchmal nicht? Welche Bedeutung haben Botensymptome?

    Wir betrachten diese feinen körperlichen Äußerungen nicht einfach als störenden Bestandteil eines zu unterdrückenden Krankheitsbildes, sondern als den Ausdruck eines fein abgestimmten, intelligenten Abwägungsprozesses im Inneren des Menschen. Mit den Mitteln der TCM ist es möglich, diese körperlichen Botensymptome systematisch zu erkennen, den inneren Abwägungsprozess sichtbar zu machen und die damit verbundenen Konflikte einer Lösung zuzuführen. Die auf diese Weise erkennbaren körperlichen Zeichen sind also der präzise Ausdruck emotionaler Bewertungsmuster. Es ist therapeutisch von großer Bedeutung, diese emotionalen Bewertungsmuster detailliert zu verstehen, um damit verbundene typische Konfliktkonstellationen sinnvoll zu bewältigen. Verdrängte Gefühle und Konflikte können über die körperlichen Zeichen eines Menschen zuverlässig und präzise erkannt werden, eine emotionale Neubewertung wird erleichtert. Schon die Benennung und Bewusstmachung der häufig unbewussten Bewertungsmuster ist dabei ein Katalysator der Selbstheilung.
    Es ist eine Grundannahme der PTTCM und der somatischen Intelligenz, dass außer emotional-körperlichen Bewertungsmustern noch weitere Bewertungsmuster im Denken und Fühlen eine wichtige Rolle spielen. Dieses Konzept gründet auf grundsätzlichen Erkenntnissen westlicher Neuroanatomie und Neurophysiologie. Vereinfacht könnte man sagen, dass wir alles, was wir denken und fühlen auf mehrere, unterschiedliche Weisen bewerten.

    Ein emotional-körperliches Bewertungssystem (das über die Botensymptome und die TCM gut zu beschreiben ist), ein rational-kognitives, eine instinktives (durch biologisch determinierte Verhaltensprogramme bestimmte), und ein intuitives Bewertungssystem werden unterschieden und ihre Mechanismen eingängig und schlüssig erklärt. Da diese Bewertungssysteme gleichzeitig dieselben Konflikte unterschiedlich bewerten ist es kein Zufall, dass menschliches Denken und Fühlen häufig in sich selbst widersprüchlich ist. Indem man in einen Prozess der Autokommunikation tritt kann man diese Widersprüche verstehen und das eigene emotionale Bewertungsmuster entlasten.

    Viele der etablierten psychopathologischen Modelle betonen einseitig eines der ineinander verwobenen Bewertungssysteme, etwa die kognitiv-rationale Ebene des Denkens. Das Konzept der PTTCM und der somatischen Intelligenz strebt ein harmonisches Gleichgewicht aller Bewertungssysteme als therapeutisches Ziel an. Die Harmonie der Bewertungsebenen wird als Voraussetzung für die Entfaltung des sog. Sinngefühls verstanden. Dieses Sinngefühl ist Ausdruck der Gesundheit, Autonomie und Konfliktfähigkeit des Individuums und zugleich Zeichen der überwundenen somatopsychischen Spaltung.

  • Das Beste aus zwei Welten

    Wir sehen in der PTTCM das Modell zur Kombination etablierter westlicher Psychotherapiekonzepte mit körperorientierten und kognitiven Ansätzen der Erfahrungsheilkunde. Die Heilung krankheitsauslösender emotionaler Zustände führt dabei über das systematische Entwickeln somatischer Intelligenz und die Bewusstmachung suboptimaler Problemlösungsstrategien. Durch vorsichtiges Lösen somatischer Blockaden unterstützt der Therapeut diesen individuellen Reifungs- und Selbsterfahrungsprozess. So erfährt der Patient eine Lösung mentaler, emotionaler und intuitiver Blockaden, die bei klassischen Therapieverfahren viel mehr Zeit, Kraft und auch Geld verbrauchen. Dieser Vorgang ist dem Wesen nach natürlich und einfach. Man muss ihn einmal gesehen und erlebt haben, um ihn zu verstehen.
  • DGTCM bietet systematische und anspruchsvolle PTTCM-Ausbildung

    Der verantwortungsvolle Umgang mit diesem hocheffizienten, rationalen Verfahren liegt uns sehr am Herzen. Er erfordert eine systematische und anspruchsvolle Ausbildung, die bisher in Deutschland ausschließlich von der DGTCM angeboten wird. Nun wollen wir uns auch in begrenztem Umfang für Psychotherapeuten öffnen, um den Schatz der PTTCM auch mit denen zu teilen, deren Tätigkeit mehr den inneren Konflikten der Menschen als deren psychosomatischen Beschwerden gilt.

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